Rückblick zur 12. Handelsblatt Jahrestagung "Stahlmarkt 2008" am 4. und 5. März 2008 in Düsseldorf
Sehr geehrte Damen und Herren,
zum zwölften Mal trafen sich über 300 Vertreter der Stahlwirtschaft in Düsseldorf. Wir laden Sie ein, einen Blick auf die Höhepunkte der Jahrestagung zu werfen. Erhalten Sie einen Eindruck von den interessanten Themen sowie dem hochrangigen Sprecher- und Teilnehmerkreis. Auch in diesem Jahr referierten hochrangige Vertreter der globalen Stahlbranche und standen den Teilnehmern in sechs Themenrunden Rede und Antwort.
Themenrunde A: Stahl global
"Die globale Stahlindustrie erlebte 2007 ein Rekordjahr wie nie zuvor", stellte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl , Prof. Dr.-Ing. Dieter Ameling , zum Auftakt der 12. Handelsblatt Jahrestagung "Stahlmarkt 2008" fest. Die Aussichten für 2008 schätzte Ameling weiterhin positiv ein. Allerdings dürften die Risiken durch die drohende Rezession in den USA, den hohen Rohstoff- und Energiepreisen und den Euro-Höhenflug nicht übersehen werden. Den Erfolg deutscher Stahlunternehmen verdeutlichte Dr.-Ing. Jost A. Massenberg , Mitglied des Vorstands bei ThyssenKrupp Steel . Er verwies zunächst auf das positive Ergebnis von ThyssenKrupp im Geschäftsjahr 2006/2007 und zog eine positive Zwischenbilanz über den Fortgang der von ThyssenKrupp Steel eingeleiteten Expansionsstrategie. Weiterhin betonte er die große Gefahr, die durch das Klimaschutzpaket der EU drohe und kündigte zudem ab Juli eine Preisanhebung an, um die Energie- und Rohstoffkosten beherrschen zu können. Pierre Mangers , Director Europe Industrial Products Metals bei PricewaterhouseCoopers (PwC), äußerte sich zur zukünftigen Stahlnachfrage. Danach wird die weltweite Stahlproduktion von 1,34 Mrd. Tonnen im Jahr 2007 auf 2,3 Mrd. Tonnen im Jahr 2020 zunehmen. Zum Thema "Europa braucht eine strategische Rohstoffpolitik" sprach Ulrich Grillo , Vorsitzender des Vorstands der Grillo-Werke . Der Vorsitzende des BDI-Rohstoffausschusses beklagte die Handels- und Wettbewerbsverzerrungen und appellierte an die Politik, Handels- und Wettbewerbsverstöße zu ahnden und so wieder faire Spielregeln im Markt durchzusetzen.
Themenrunde B: Rohstoffquellen
Aus Sicht des zweitgrößten Eisenerz-Erzeugers Vale International stellte Renato Neves die Aussichten für die Stahlindustrie vor. Durch neue Standorte und hohe Investitionen werde sein Unternehmen versuchen, die bestehenden Engpässe abzubauen. Neue technologische Möglichkeiten, effizienter und umweltfreundlicher zu schmelzen, stellte Dr. Rod Dry von HIsmelt Corporation vor. Auch Karl Haase , Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Edelstahlwerke , und Rolf Willeke , Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der BDSV , gingen auf die aktuelle Rohstoff-Problematik ein. In der Stahlveredelung kämpfe die Stahlindustrie mit sehr volatilen Legierungspreisen. Die Sorge der Stahlrecyclingbranche sei die Konzentrationstendenz in der europäischen Stahlindustrie, die bezüglich des Stahlschrottgeschäfts ihre Abhängigkeiten erhöhen und möglicherweise zu Preisdiktaten führen könnte.
Themenrunde C: Internationale Handelspolitik
"Entscheidend für den Stahlhandel ist, dass der Handel fair ist" sagte Gordon Moffat von EUROFER zur Problematik der chinesischen Billig-Importe. Langfristig würde China zwar Probleme mit der Qualität und der Logistik bekommen, kurzfristig müsse aber die EU-Kommission aktiv auf die Subventionierung Chinas reagieren. Auch Eckart Lüling , Geschäftsführer und Gesellschafter bei H. Künne , sprach sich für Anti-Dumping-Maßnahmen aus, da man die positiven Effekte bei Draht bereits sehen könne. Wichtig sei allerdings für die vielen mittelständischen Unternehmen, dass nicht nur Zölle auf einzelne Produkte, sondern entlang der ganzen Wertschöpfungskette erhoben würden. Auf das Konfliktpotenzial unter den asiatischen Nationen ging Prof. Dr.-Ing. Eckhard Rohkamm , Vorsitzender des Ostasiatischen Vereins , ein. Seiner Meinung nach werde durch Anti-Dumping-Gesetze das Selbstbewusstsein der Chinesen und Inder nicht gebremst. Zu den Risiken einer Anti-Dumping-Gesetzgebung äußerte sich der Vorsitzende des Vorstands bei Klöckner & Co , Dr. Thomas Ludwig . Er bezweifle, dass die Billigpreise von chinesischem Stahl und die Erhöhung der Importe wirklich dem Markt geschadet hätten.
Themenrunde D: Stahlmarkt Osteuropa
Als Vertreter des weltweit größten Stahlunternehmens ArcelorMittal sprach Gregor Münstermann , CEO Poland and Ostrava. Sein Unternehmen plane in Polen den Bau neuer Walzwerke, eine Brammengießanlage mit einer Kapazität von drei Millionen Tonnen sowie neue Hochöfen und Kokereien. Einen Einblick in den russischen Markt gab der CEO von
Inprom , Igor Konovalov . In Russland werde in den nächsten Jahren in viele Infrastrukturprojekte investiert, was auch Philip Edmonds von Stemcor zu positiven Aussichten für Stahlhändler in Osteuropa veranlasste. Insbesondere der Stahlimport sei für die wachsenden Märkte ein großes Thema. Jürgen Nusser , President der EASSC und Vice President bei EUROMETAL , prognostizierte, dass Russland eine große Rolle bei der globalen Konsolidierung spielen und sich dabei besonders auf den europäischen Markt konzentrieren werde.
Themenrunde E: Stahlstandort Deutschland
Wie sich die Georgsmarienhütte am Standort Deutschland fit für die Welt macht, erläuterte der Vorsitzende der Geschäftsführung Peter van Hüllen . "Wir sind ein Multi-Nischen-Spieler und nur dann international, wenn wir es müssen und wenn es ertragreich ist", stellte van Hüllen fest. Die Bedeutung von Netzwerken zwischen Stahlindustrie, Verarbeitern und Anwendern betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung von C. D. Wälzholz , Dr.-Ing. Hans-Toni Junius . Neben dem hohen Innovationsdruck verwies Junius auf immer höhere Logistikanforderungen. Zu den Anforderungen der deutschen Energiepolitik an die industrielle Produktion und Entwicklung sprach der frühere Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Affinerie, Dr.-Ing. Werner Marnette . Er beklagte den mangelnden Wettbewerb auf dem Energiemarkt, die hohen Energiekosten und die Preissteigerungen durch den Emissionshandel. Auf die demografischen Bedingungen als einen weiteren Standortfaktor für die deutsche Stahlindustrie ging Peter-Jürgen Schneider , Mitglied des Vorstands Personal/Dienstleistung bei Salzgitter , ein.
Themenrunde F: Nachhaltigkeit und F&E
Den Beitrag, den Anlagenbauer zur Energie- und Ressourceneffizienz der Stahlindustrie leisten können, betonte Burkhard Dahmen , Mitglied des Vorstands bei SMS Demag . Der Spielraum für Technologiesprünge werde zwar immer flacher, ökonomische, ökologische und rechtliche Vorgaben zwängen aber zu immer weiteren Optimierungen. Auf die Wechselwirkung zwischen Energie und Wissen ging zum Abschluss der Jahrestagung der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft , Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner , ein. Mit einem Jahresbudget von zwei Milliarden Euro und einer starken Nachwuchsförderung unterstütze die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Innovationsstandort Deutschland.
Unsere Teilnehmer schätzten nicht nur die aktuellen Informationen aus erster Hand, sondern auch die angenehme Atmosphäre, die es erlaubte, neben dem offiziellen Programm informelle Gespräche zu führen und somit das eigene Netzwerk auszubauen. Die begleitende Fachausstellung mit vielen interessanten Angeboten rundete das Programm ab. Die gemeinsame Abendveranstaltung am Ende des ersten Konferenztages wurde von Teilnehmern und Referenten zur Vertiefung neuer und alter Kontakte in entspanntem Ambiente genutzt.
Auch in 2009 trifft sich die Stahlbranche wieder in Düsseldorf. Seien auch Sie im nächsten Jahr dabei und informieren Sie sich über die weiteren Entwicklungen im globalen Stahlmarkt am 4. und 5. März 2009 . Ständig aktuelle Informationen erhalten Sie hier. Reservieren Sie sich jetzt unverbindlich einen der begehrten Teilnehmerplätze.
Wir freuen uns sehr, Sie auf unserer nächsten Stahlveranstaltung zu begrüßen.
Mit freundlichen Grüßen
Handelsblatt GmbH
Joachim Liebler
Geschäftsführer
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